Stammbaum der Goten
Die Goten waren mehrere germanischsprachige Gruppen, deren frühe Herkunft und Entwicklung in der Forschung unterschiedlich beurteilt werden. Antike Überlieferungen verorten frühe gotische Gruppen unter anderem im Umfeld der Weichsel. Spätestens im 3. Jahrhundert n. Chr. sind gotische Gruppen im Schwarzmeerraum belegt. Dort kam es zu zahlreichen Kontakten und Auseinandersetzungen mit dem Römischen Reich.
In der Spätantike werden mehrere gotische Gruppierungen in den Quellen unterschieden. Zu ihnen zählen die Greutungen und Terwingen, die häufig mit der Vorgeschichte der späteren Ost- und Westgoten verbunden werden. Eine einfache Gleichsetzung ist jedoch umstritten. Viele gotische Gruppen gerieten im späten 4. Jahrhundert unter den Druck der Hunnen.
Später entstanden unter anderem ostgotische Herrschaftsgebiete in Italien. Gotische Gruppen standen zu unterschiedlichen Zeiten auch als sogenannte „Foederati“ in vertraglichen Beziehungen zum Römischen Reich. Solche Bündnisverträge konnten militärische Verpflichtungen und Gegenleistungen regeln; die konkreten Bedingungen unterschieden sich.
Der Begriff „Foederati“ bezeichnete eine vertragliche Beziehung und keine behauptete Blutsverwandtschaft. „Socii“ ist ein lateinischer Ausdruck für Verbündete und keine eindeutige ethnische Gegenkategorie zu den Foederati.
Die Westgoten in Spanien:
Die Gesellschaft der Goten
In der europäischen Geschichte, lässt sich der Stammbaum der Goten kaum von der römischen Geschichte trennen. Auch westgotische Gruppen kämpften zeitweise gegen römische Truppen und gingen zu anderen Zeiten Bündnisse mit ihnen ein. Verschiedene gotische Gruppen wurden in unterschiedlichen Phasen zu Verbündeten Roms.
Im 5. Jahrhundert entstand ein westgotisches Reich mit Zentrum in Südgallien. Nach der Niederlage gegen die Franken 507 verlagerte sich der Schwerpunkt nach Hispania. Die Regierung der Westgoten, war seinerzeit sehr aristokratisch organisiert. Die Königsherrschaft gotischer Gruppen veränderte sich im Laufe der Spätantike. Auswahl, dynastische Ansprüche und Machtkämpfe spielten dabei je nach Zeit und Reich unterschiedliche Rollen.